Warum Wein niemals gleich schmeckt.

Wenn jemand sagt, dass er nicht so gern Wein trinkt, kann das verschiedene Ursachen haben. Vielleicht hat derjenige einfach noch keinen eigenen Weingeschmack entwickelt. Vielleicht interessiert sich derjenige generell nicht so für geschmackliche Dinge. Womöglich liegt es jedoch an der falschen Einstellung gegenüber dem Wein. Wenn es um Wein geht, erwarten alle immer, dass die Flasche geöffnet wird, der Wein ins Glas eingeschenkt wird und dann ein Wunder in der Nase und auf der Zunge passiert. Das kann passieren, muss aber nicht. Wenn ich gefragt werde, wie man richtig Wein trinkt, gibt es für mich 10 Grundsätze, die ich nach und nach in Jolandas Blog vorstellen werde. Nach dem 1. Grundsatz lautet der zweite:

Grundsatz 2: Wein schmeckt niemals gleich.

Ich weiß, dass dieser Grundsatz erstmal ein bisschen komisch klingt. Aber vielleicht verstehst du mit folgendem Gleichnis besser, was ich meine: Wein ist wie Sex. Dieselben zwei Personen, dasselbe Bett und dennoch ist es jedes Mal anders. Das Wein nicht schmeckt, hat sehr oft mit einer überzogenen Erwartungshaltung zu tun, die jemand gegenüber dem Wein hat. Davor kann ich nur warnen. Selbst bei einem Wein, den du magst, solltest du niemals davon ausgehen, dass er immer gleich gut schmeckt. 

Ich kenne viele Menschen, die endlich einen Lieblingswein gefunden haben und dann machen sie davon die zweite oder dritte Flasche auf und dann ist der Wein plötzlich kein Lieblingswein mehr, sondern nur noch öde. Das ist leider normal. Denk an den Sex! Geile Weinerlebnisse lassen sich nicht auf Knopfdruck wiederholen. Entweder bist du nicht in Form für den Wein oder aber der Wein ist wirklich ein bisschen anders, obwohl es sich um denselben Jahrgang vom selben Winzer handelt. Das passiert. Mein Tipp an dich: Je geringer die Erwartungen sind, mit denen du an einen Wein herangehst, desto geringer ist auch die Möglichkeit enttäuscht zu werden.