Warum du dir keinen Wein aufschwatzen lassen solltest .

Wenn jemand sagt, dass er nicht so gern Wein trinkt, kann das verschiedene Ursachen haben. Vielleicht hat derjenige einfach noch keinen eigenen Weingeschmack entwickelt. Vielleicht interessiert sich derjenige generell nicht so für geschmackliche Dinge. Womöglich liegt es jedoch an der falschen Einstellung gegenüber dem Wein. Wenn es um Wein geht, erwarten alle immer, dass die Flasche geöffnet wird, der Wein ins Glas eingeschenkt wird und dann ein Wunder in der Nase und auf der Zunge passiert. Das kann passieren, muss aber nicht. Wenn ich gefragt werde, wie man richtig Wein trinkt, gibt es für mich 10 Grundsätze, die ich nach und nach in Jolandas Blog vorstellen werde. Für den 1. und 2. Grundsatz folge den Links. Der dritte lautet:

Grundsatz 3: Lass dir keinen Wein aufschwatzen. (Nicht einmal von mir!)

Ich hatte ja schon in Teil 1 dieser Serie gesagt, dass es gut ist, dass wir nicht alle denselben Geschmack haben. In der Weinwelt, die furchtbar hierarchisiert ist, fällt das gerne mal unter den Tisch. Wenn ein bekannter amerikanischer Weinkritiker einen Wein mit 100 Punkten auszeichnet, stürzt sich alle Welt darauf. 100 Punkte! Mehr geht auf seiner Skala nicht. Also wenn der Wein nicht gut ist!? Ich erlebe das auch häufig, wenn Firmenrunden bei mir im Lokal sind. Findet der Chef den Wein gut, loben ihn auch alle anderen am Tisch. Dabei ist das ein Schmarrn. Klar können Meinungen von anderen Leuten und Bewertungen von Experten hilfreich sein, sich in der Weinwelt zurechtzufinden. Du solltest jedoch niemals aufhören, in dich selbst hineinzuhorchen, um herauszufinden, was dir persönlich schmeckt und guttut. Also, lass dir von niemandem einen Wein aufschwatzen. Nicht einmal von mir. Klar lege ich für meine Weine die Hand ins Feuer. Ich weiß aber eben auch, dass sie nicht automatisch bei jedem funktionieren.